[Sa] 19.05.2012
Screening
auf Rehabilitationsbedarf - effektiv und ökonomisch?
Projekt PWII/6 des NRW-Verbunds
Rehabilitationswissenschaften
| Titel | Screening auf Rehabilitationsbedarf – effektiv und ökonomisch? | |
| Projektleiter | Dr. Hartmut Pollmann | |
| Projektmitarbeiter | Burkhard Wild-Mittmann, Beate Linden | |
| Klinik | Klinik Niederrhein der Deutschen Rentenversicherung Rheinland | |
| Kooperationspartner | AOK Rheinland, BKK Ford, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein | |
| Förderer | Deutsche Rentenversicherung Bund (ehemals VDR), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Deutsche Rentenversicherung Rheinland | |
| Beginn | 11/2001 | |
| Vorauss. Ende | 05/2006 | |
| Kontakt | pw6@refonet.de |
Chronische
Krankheit verschlechtert Lebensqualität und Leistungsfähigkeit.
Sie verursacht über notwendige Diagnostik und Therapie sowie über
Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit
erhebliche Kosten. Eine Rehabilitation kann diesen Folgen entgegenwirken.
Fragen sind:
o Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Rehabilitation?
o Woran kann man frühzeitig erkennen, dass Rehabilitationsbedarf
vorliegt?
o Verbessert Rehabilitation Lebensqualität, Arbeits- und Leistungsfähigkeit?
o Verringert Rehabilitation krankheitsbedingte Kosten?
Ob und wann beim Rentenversicherungsträger ein Antrag auf medizinische
Rehabilitation gestellt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Kenntnis über und Einstellung zu Rehabilitation bei Patient, Hausarzt,
Betriebsarzt oder Krankenhaus, Leidensdruck des Patienten, Zugangsverfahren,
Arbeitsunfähigkeitszeiten, versicherungsrechtliche Voraussetzungen
u.a.. Nach Daten des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger
beträgt die durchschnittliche AU-Zeit bis zur Rehaantragstellung
170 Tage, bis zum Beginn der Rehabilitation gar 253 Tage. Vermutlich sinkt
mit jedem Tag der Arbeitsunfähigkeit die Aussicht, an den alten Arbeitsplatz
(oder einen anderen) zurückzukehren. Es ist davon auszugehen, dass
Rehabilitation umso erfolgreicher ist, je früher sie einsetzt, um
einer Chronifizierung von Beschwerden und Funktionseinschränkungen
entgegenzuwirken.
Im Projekt PWII/6 soll versucht werden, Rehabilitationsbedarf möglichst
frühzeitig zu erkennen. Hierzu wird der Datenbestand der beiden kooperierenden
Krankenversicherungen nach Versicherten durchsucht, bei denen eine rehabilitationsfähige
Erkrankung und längere Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Mit Fragebogen,
die in einem Vorprojekt entwickelt wurden, wird eventuell vorliegender
Rehabilitationsbedarf ermittelt. Wir werden mit diesem Verfahren etwa
600 Versicherte mit Rehabilitationsbedarf identifizieren.
Der Hälfte der so ermittelten Versicherten wird von der Krankenversicherung
eine medizinische Rehabilitation angeboten. Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland wird
diese, so der Versicherte ihr zustimmt, in einer für die betreffende
Erkrankung spezialisierten Einrichtung durchführen. Alle 600 Versicherte
werden über zwei Jahre nachverfolgt. Dabei interessieren wir uns
vor allem für die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität
der Betroffenen. Daneben werden aber auch die in den zwei Jahren vor und
nach der Rehabilitation angefallenen Kosten für ambulante oder stationäre
Behandlung, Arzneimittel, Hilfsmittel, Arbeitsausfallkosten, Krankengeld
u.a. miteinander verglichen. Wir hoffen zeigen zu können, dass die
frühzeitige Rehabilitation die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit
der Betroffen verbessert und zumindest so viele Kosten einspart, wie sie
verursacht.
Das Projekt wird von der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehemals VDR) , vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Rentenversicherung Rheinland (Förderkennzeichen 02 208) gefördert.
[Informationen
für Partner und Bürger]
(allgemeinverständlich) PDF (109 kb)