RFN10002

Begleitende Sozialberatung während der stufenweisen Wiedereingliederung

Projektleiter
Dr. Peter Bommersbach

Projektmitarbeiter
Dipl.-Soz.Päd. Veit Becker M.A.,Dipl.-Soz.Päd. Katja Ehlen,Henriette Schmeiser

Einrichtung
Eifelklinik Manderscheid

Laufzeit
Beginn: 01.11.2011
Ende: 30.04.2014

Kontakt:
stw@refonet.de

Kooperanden
Universität Trier - Fachbereich Klinische Psychologie, 54286 Trier

Förderer
refonet

Ziele
Die seit Oktober 2007 eingeführte klinikinterne Beobachtung zur stufenweisen Wieder-eingliederung mit dem Angebot einer begleitenden Sozialberatung konnte zeigen, dass dieses Modell Vorteile für eine verbesserte Wiedereingliederung der Patienten der Eifelklinik erbringen kann. Diese Daten sind nun in die Vorbereitungen zur Evaluationsstudie eingeflossen.
In der kontrollierten Studie soll die Wirkung des Nachsorgeangebotes der begleitenden Sozialberatung zur stufenweisen Wiedereingliederung mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und nachgewiesen werden.
Die Studie baut auf die Ergebnisse aus aktuellen Studien zum Empfehlungsverhalten und zur Durchführung der stufenweisen Wiedereingliederung sowie zu ersten Erfahrungen mit begleitender Nachsorge auf. Neben der Hauptfragestellung, ob die begleitende Sozialberatung in der stufenweise Wiedereingliederung zu höheren Wiedereingliederungsraten führt, wird der Frage nachgegangen, welcher Zusammenhang zwischen Vorerkrankung, Arbeitsunfähigkeitszeiten, Arbeitsplatz, bzw. Belastungen am Arbeitsplatz, Zukunftsvertrauen und dem Verlauf der stufenweisen Wiedereingliederung besteht.
Bisherige Rückmeldungen aus der klinikinternen Evaluation weisen auf einen hohen Bedarf an Beratung während der stufenweisen Wiedereingliederung hin. Es wird davon ausgegangen, dass eine intensive Beratung und Begleitung im Prozess der stufenweisen Wiedereingliederung zu einem erfolgreichen Verlauf des Verfahrens beitragen kann. Die Annahme stützt sich auf Studien-ergebnisse, nach denen Patienten mit Nachsorgebetreuung die stufenweise Wiedereingliederung insgesamt positiver bewerten, die Maßnahme seltener abbrechen und häufiger unmittelbar nach der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zurückkehren.
Seit Beteiligung der Rentenversicherung an der Kostenträgerschaft (2004) der stufenweisen Wiedereingliederung sind die Kliniksozialdienste wesentlich an der Gestaltung und Einleitung des Verfahrens beteiligt. Mit dieser übertragenen Aufgabe hat die Sozialberatung der Eifelklinik einen Verfahrensablauf standardisiert und seit Oktober 2007 ein Nachsorgeangebot etabliert.
Ergebnisse der Studie von Bürger und Koch (2008) über die wichtigsten Risikogruppen für nicht erfolgreiche Wiedereingliederungen spiegelten sich auch in den Rückmeldungen der klinikinternen Erhebung wider. Dort lagen die Abbruchzeiträume durchschnittlich in der dritten Woche der Wiedereingliederung (bei Bürger und Koch in der vierten Woche).
Das Angebot begleitender Sozialberatung soll demnach in den sensiblen Phasen unmittelbar nach Entlassung aus der Rehabilitation (eine Woche danach) und in der zweiten Woche während der Wiedereingliederung durch eine gezielte Intervention (Telefonkontakt durch Sozialberatung) in den Prozess eingreifen.
Für eine stufenweise Wiedereingliederung kommen Patienten mit länger andauernder Arbeitsunfähigkeit, einem bestehenden Arbeitsplatz und einer nach sozialmedizinischen Kriterien entsprechenden Eignung für einen Arbeitsversuch in Frage. In die Studie werden Patienten einbezogen, bei denen eine stufenweise Wiedereingliederung eingeleitet wird. Im Rahmen eines Kontrollgruppen-Designs werden die Versicherten in zwei Gruppen eingeteilt.
Aus den Ergebnissen erhoffen wir Hinweise auf die Wirkung und Nachhaltigkeit der Beratungsinterventionen für den Verlauf der stufenweisen Wiedereingliederung.

Publikationen
[Abschlussbericht] (PDF 724 KB)

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